„CAMINHOS DOS ORIXÀS“ Dokumentarfilm | 70 Min | A/CH/D/BRA/NIG | 2016-2018

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Alte naturverbundene Weisheitswege afrikanischen Ursprungs, so auch die sogenannten Orixá -Traditionen, werden zu Beginn des 21. Jahrhunderts an verschiedenen Orten der Welt gelehrt und praktiziert. Als schwarzafrikanische indigene Philosophie und Spiritualität sind sie weit weniger wahrgenommen als östliche Traditionen, oft verdrängt von den großen monotheistischen Religionen, doch gehütet, gelebt und weiterentwickelt.

Der Film folgt den caminhos, den Wegen, dieser Orixás von Oshogbo im Gebiet der Yoruba in Nigeria, nach São Paulo in Brasilien und weiter nach Europa, wo diese heiligen Kräfte der Natur auch im Schweizer Appenzellerland, in Berlin, Zürich, Wien und Graz kultiviert, besungen und verkörpert werden.

Eine historische Reise, die uns zu spannenden Fragen der Gegenwart führen soll.

Leitende „Figur“ der Geschichte ist die Orixá Oxum, eine spirituelle Dimension des Wassers, weiblicher Kraft, fortwährender Erneuerung und auch Hüterin menschlichen Schicksals. Habiba Kreszmeier, in Österreich geboren und über viele Jahre in Brasilien in die Orixá Tradition und im Besonderen in Oxum eingeweiht, wirkt heute als Iyalorixá, als Höchst-Initiierte mit lehrenden und leitenden Aufgaben, im deutschsprachigen Europa. Verbunden mit den Mythen und der Natur ihrer Orixá und zugleich mit dem Blick einer westlich gebildeten und sozialisierten Frau, von Beruf Psychotherapeutin, wird Iyalorixá Habiba diesen Film begleiten.

Uns interessiert, wie sich diese afrikanischen Traditionen in ihrer Diaspora in den unterschiedlichen Kulturen entwickelt haben, mit welchen Erzählungen sich die Orixás auf den drei Kontinenten zeigen und mit welchen Fragen die Menschen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Wirklichkeiten, politischen, sozialen und persönlichen Herausforderungen ihr Leben im „Tanz“ mit diesen Kräften bewältigen und gestalten.

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Antigos caminhos de sabedoria de ascendência africana, como é o caso das chamadas tradições Orixás, estão sendo ensinados e praticados no início do século 21 em diferentes lugares do mundo. Enquanto espritualidade e filosofia nativa da África negra elas têm uma visibilidade muito menor do que tradições orientais e são frequentemente segregadas pelas grandes religiões monoteístas. Mesmo assim vão sendo guardadas, vividas e desenvolvidas.

Este filme segue os caminhos dos Orixás deste de Oshogbo, na região iorubá na Nigéria, passando por São Paulo no Brasil e seguindo até à Europa, onde estas forças sagradas da natureza estão sendo cultivadas, cantadas e incorporadas tambem na região suíca de Appenzell, em Berlim, Zurique, Viena e Graz.

Uma viagem histórica que nos levará a importantes questões do presente.

A „personagem“ que nos guia nesta história é Oxum, Orixá e dimensão espiritual da água, força feminina, renovação permanente, guardiã do destino humano. Habiba Kreszmeier, nascida na Áustria e iniciada por muitos anos no Brasil na tradição orixá, é consagrada a Oxum e atua hoje como ialorixá na Europa de língua alemã. Ligada aos mitos e à natureza de seus Orixás e ao mesmo tempo com o olhar de uma mulher socialisada e educada no mundo ocidental, como profissão psicoterapeuta, Ialorixá Habiba vai acompnhar este filme.

A nós interessa a maneira como estas tradições africanas na diáspora se desenvolveram nas diversas culturas. Através de que narrativas os Orixás se apresentam nos três continentes. Com que perguntas as pessoas de diferentes realidades sociais expressam e superam os desafios políticos, sociais e pessoais de suas vidas através da „dança“ com essas forças.

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At the onset of the 21st Centrury, ancient naturalistic paths of wisdom that originate in Africa – among them the so-called Orixá traditions – are being taught and practiced in various parts of the world. As a sub-Saharan indigenous philosophy and spirituality, they are far less present in public awareness than Eastern traditions, often suppressed by the large monotheistic religions but nurtured, lived and developed nevertheless.

The film follows the caminhos – the paths of these Orixás – from Oshogbo in the region of the Yoruba in Nigeria to São Paulo in Brazil and on to Europe, where these sacred forces of nature are today being cultivated, extolled and embodied also in the Swiss region of Appenzell, in Berlin, Zurich, Vienna and in Graz.

A historic journey that will lead us to exciting present-day issues.

The leading “figure” of our story is Orixá Oxum , a spiritual dimension of Water, feminine force, eternal renewal and guardian of human fate. Habiba Kreszmeier, born in Austria and inducted into the Orixá tradition and in particular in Oxum in Brazil over many years, today has the role of Iyalorixá – a highliy initiated teacher and leader in the German-speaking regions of Europe. Connected with the myths and nature of her Orixá and with, at the same time, the outlook of a woman educated and socialised in the West, psychotherapist by profession, Iyalorixá Habiba accompanies us throughout this film.

Our interest lies in how these African traditions in their diaspora have developed in the various cultures, in the stories with which the Orixás present themselves on the three continents and in the questions with which the people with their manifold social realities, their political social and personal challenges cope with and shape their lives in the “dance” with these forces.

„UND KEIN FRIEDEN“ Dokumentarfilm | 60 Min | A | 2016-2017

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70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus leben wir in einer Zeit, in der offenbar immer mehr Menschen das Bedürfnis haben, diesen traumatischen Teil unserer Geschichte auf neue Weise zu erinnern. Nach den Fakten der Historie, nach der Würdigung des Leids der Opfer – und beides ist freilich noch nicht abgeschlossen – tauchen nach Jahrzehnten einer Kultur des Beschweigens immer mehr Erzählungen auf. Vor allem die dritte Generation, die „Kinder der Kriegskinder“, beschäftigt sich zunehmend interessiert und mutig mit der eigenen Familiengeschichte und nicht wenige erkennen dabei, dass die alten Schatten über die Generationen weiterhin wirken – dass ihre Eltern nicht in Frieden und sie selbst nicht frei sind.

In fast allen unseren Familien gibt es Geschichten von Traumatisierungen durch den Krieg, Geschichten von Angst, von Schuld und Scham, Vertreibungs- und Fluchtgeschichten. Und vielleicht erinnern uns die vielen Menschen, die derzeit bei uns Schutz vor Krieg und Gewalt suchen, an etwas, das die Großmutter, oder der Vater als kleines Kind, erlebt hat – und vielleicht lässt uns auch das mitfühlen mit diesen Menschen, oder sie von uns weisen.

Anhand der Lebensgeschichten und -herausforderungen von Menschen der zweiten und dritten Nachkriegsgeneration zeigt diese Dokumentation, was Psychotherapeut_innen und Altersforscher_innen im Lauf der letzten Jahre erkannt haben: wie wichtig es ist, individuelle Lebensläufe auch in gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen zu sehen.

„Es geht darum, nicht nur zu wissen, sondern sich auch erschüttern zu lassen, um zu trauern und die Vergangenheit zu akzeptieren, wie sie war, um schließlich gegenwärtiger sein zu können. Nicht akzeptiertes und integriertes Vergangenes hindert am Gegenwärtigsein, darüber belehren uns Psychoanalyse und Traumaforschung seit längerem und spirituelle Traditionen seit Jahrtausenden.“ [Die Traumatherapeutin Ulrike Reddemann in: „Kriegskinder und Kriegsenkel in der Psychotherapie. Folgen der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs erkennen und bearbeiten – eine Annäherung“, Verlag Klett-Cotta, 2015]

about movimento

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movimento Filmproduktion wurde 2015 von Dorothea Kurteu gegründet.

Interessiert ist movimento in seinen dokumentarischen und künstlerischen Arbeiten vor allem an den Bewegungen im Leben der Menschen – den individuellen Lebensläufen und Herausforderungen im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Wertesystemen, historischen und kulturellen Erinnerungsräumen.

vita Dorothea Kurteu  >>  geb. 1966 in Graz, Österreich | Dokumentarfilmerin, Radiomacherin, Medienpädagogin, Systemische Lebens- und Sozialberaterin

  • 1984 – 2011 Freie Mitarbeiterin des ORF – als Gestalterin von redaktionellen Inhalten (Radio/TV)  in den Bereichen Soziales / Zeitgeschichte / Kindheit
  • seit 2001 Selbständig als Systemische Lebens- und Sozialberaterin und Coach
    • Fortbildungen in Dialogisch Systemischer Aufstellungsarbeit, Systemischer Naturtherapie und Beratung, Narrativen und Hypnosystemischen Ansätzen, Traumatherapie, Sterbe- und Trauerbegleitung
  • seit 2003 Gründung und Leitung der medienwerkstatt graz – Medienbildung: Filmwerkstätten in soziokulturellen Kontexten. Produktion: Audiofeature, Dokumentarfilm
  • seit 2013 vielfältige Beschäftigung mit dem Thema individuelles, gesellschaftliches und kulturelles Erinnern – Gründung der erinnerungsräume